Samstag, 31. Oktober 2015

CD-Review: Halloween "No One Gets Out"

Es ist der 31. Oktober und damit All Hallow's Eve besser bekannt als Halloween. Als pflichtbewusster Blogger betreibe ich natürlich Agenda-Setting und habe mich auf diesen Tag thematisch vorbereitet beziehungsweise habe mir fünf Minuten vor diesem Review überlegt die amerikanische Band HALLOWEEN zu rezensieren, was die faulste und einfachste Art ist einen Bezug zum heutigen Feiertag herzustellen. Da ich aber keine Scheiben von der Band besitze und es bei Deezer nur eine Scheibe von dieser Kapelle zu finden ist, ist das zweite Album der Truppe "No One Get's Out" (aus dem Jahre 1991) der Gegenstand unserer heutigen Betrachtung. 
Kurz zu den Fakten, die HALLOWEEN zu bieten hat: Die Band hieß zuerst BITCH, 
hat sich an Halloween '83 aber umbenannt. Es gibt insgesamt sechs Alben und einige EPs und Demos. Mit Tommy Stewart saß von 1989 bis 1990 ein späterer GODSMACK-Schlagwerker an den Drums und ist damit eines von bereits 14 verschlissenen Mitgliedern der Combo. Von der Originalbestzung sind heute nur noch Sänger Brian Thomas und Basser George Neal übrig. Stilistisch kann man die Herren als reinrassige US-Metal-Band bezeichnen, die ein breites Spektrum von schnellem quasi thrash'enden Metal (siehe Titeltrack) bis hin zu melodischen Balladen (hier in Form von "The Death Of Love') aufweist. Ein schönes Beispiel dafür, dass die Kürbisköpfe aber lieber den Mittelweg zwischen Härte und Gefühl nehmen ist 'Kings'. Ein Dicke-Eier-Song, der mit hohen Schreien (die homöopathischen Einfluss von KING DIAMOND vermuten lassen) und einem epischen Beat eigentlich so gar nicht in die Zeit passen will in der er erschienen ist (immerhin schwenkte die Welt Anfang der 90er gerade von Stadion-Rock auf Grunge um und im Metal wurde dafür extremer und schwärzer). 
Das wird allerdings nicht der einzige Grund sein, warum sie heute keine so breite Bekanntheit genießen wie andere 80s-Metaller aus Amerika. Wenn die Halloweener nämlich versuchen Arsch zu treten bleiben sie hinter Mitstreitern wie W.A.S.P. oder ARMORED SAINT zurück und wenn sie versuchen schaurig düster zu sein, werden sie von MERCYFUL FATE und CANDLEMASS übertroffen. Wenn man dann noch mit einem schrumpfenden Markt (wie in den 90ern) zu tun hat, wird es umso schwer sich als aufstrebender Horror-Akt zu etablieren. Dafür ist es beachtlich, dass es die Detroiter geschafft haben bis heute durchzuhalten und auch immer noch auf der Bühne zu stehen. Außerdem ist HALLOWEEN kein schlechtes Kollektiv. Sie machen soliden US-Heavy Metal im Stile der Achtziger mit einem etwas trashigen Grusel-Thema. Damit kann man Spaß haben, vor allem wenn man bereits eine gut gefüllte Plattensammlung hat mit Horror-Acts á la LIZZY BORDEN, KING DIAMOND oder auch GRIM REAPER vorweisen kann. Dann ist "No One Gets Out" definitiv die richtige Wahl.
Die Scheibe wurde 2013 zuletzt von Pure Steel Records neu als Vinyl aufgelegt und kam 1991 als CD im Original bei Motor City Metal Records heraus.

7,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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