Mittwoch, 15. April 2015

Throwback Thursday: Lifelover "Sjukdom"

VANHELGA hat den eigenen Auftritt auf dem Kings Of Black Metal abgesagt. Zuvor gab es bereits Probleme: die Band hatte sich von Drummer C.L. verabschiedet und musste ihn ersetzen. Dann wurde sich auch von Front(hampel)mann Gabrielson getrennt, was jedoch keinen wirklichen Verlust darstellt. Jedoch ist der gesundheitliche Zustand von Mitglied 145188 das K.O.-Kriterium gewesen, weswegen der Auftritt abgesagt werden muss. Das Ganze ist allerdings ein guter Anlass um auf eine andere kaputte schwedische Band zurück zu schauen, die einerseits eng mit VANHELGA verbunden ist und andererseits wohl wollend als verschroben bezeichnet werden kann. Gemeint ist  LIFELOVER, die 2011 ihr letztes Album "Sjukdom" veröffentlichtet hat, worum sich damals Kollegin Amalia gekümmert hat.
"Congratulations, you've stopped living!": LIFELOVER ist kaputt. Das merkt man
daran dass sie ihr neues Album "Sjukdom" (zu Deutsch "Krankheit") am Valentinstag herausbringen, und das bestimmt nicht ohne Hintergedanken. Ich finde diese Idee ziemlich witzig, im Gegensatz zum Drum-PC, der das Album zu künstlich klingen lässt und mich persönlich sehr stört. Dadurch klingen die ganzen Lieder zu kalt, zu kalkuliert, zu perfekt. Das ranzige, verzweifelte Röcheln geht unter und das ganze Konzept klingt zu emotionslos, wie am Fließband abgemixt. Das ganze Album ist durchzogen von mal kurzen, mal langen Klavierparts die für eine gute, melancholische Abwechslung sorgen.
Der Anfang des Albums ist ziemlich fett. Heftige (wenn auch künstliche) Blast Beats leiten das bassbeladene Lied 'Svart Galla' ein. Danach folgt ein recht schleppendes Stück 'Expandera' und danach wieder ein schnelleres 'Homicidial Tendencies'. "Sjukdom" ist mit insgesamt 14 Tracks ein sehr, sehr abwechslungsreiches Album. Jeder findet dort seinen persönlichen Leckerbissen, den ich im Schlusslied 'Karma' gefunden hab, ein Lied, welches mit extrem verzerrten Gitarren und mit einem von Wahnsinn verkündenden Gesang geschmückt ist. Obwohl sich in diesem Stück wiederholende Klavierparts befinden, wird die bedrohliche und aggressive Atmosphäre keinesfalls gebrochen, sondern klingt noch grotesker und hoffnungsloser.
Darüber hinaus finde ich an "Sjukdom" sehr gut, dass die Schweden teilweise Samples benutzen, um Lieder einzuleiten oder ausklingen zu lassen. Ich weiß nicht ob sie aus Filmen stammen oder speziell für diese CD aufgenommen wurden, aber sie klingen gut. Meistens redet eine Frau (Der Anfangssatz ist übrigens auch von ihr). Manchmal sind es auch nur unverständliche Ausschnitte, die dem ganzen etwas Geheimnisvolles verleihen. 
Musikalisch ist das Album super und die Grundidee genial. Es finden sich sogar einige Stücke mit Ohrwurmpotential wieder, aber Minuspunkte muss ich trotzdem vergeben und zwar an die Umsetzung. Einmal wegen dem künstlichen Schlagzeug und einmal wegen dem Album-Cover. Mehr als ein bisschen drauf gekotzte Farbe hätte man schon erwarten können.

7 von 10 Punkten

[Amalia]

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