Freitag, 6. März 2015

Editorial: 5 Jahre Totgehört - Teil 3


Ohne große Rede kommen wir nun zum letzten Teil unserer kleinen Geschichte zur Entwicklung von Totgehört, in dem wir Euch die Gegenwart führen und einen etwas persönlicheren Einblick gewähren wollen. Wer die Teile eins und zwei noch nicht gelesen hat, sollte dies vorher nachholen, bevor sich in diesen Artikel stürzt.

2012. Alles soll anders werden! Keine Unordnung mehr auf meiner Seite. Ein professionelleres Auftreten und vor allem ein neuer Name müssen her. Denn auch wenn der Name Todtgeburt anfangs ganz witzig gewesen ist und auch ein stückweit dafür stehen sollte, dass es viele meiner Projekte nicht über den Embryo-Status hinaus geschafft haben, muss sich jetzt was ändern. Denn der Name deutet weder auf ein Musik-Webzine hin noch macht er sich gut in offiziellen Schreiben an Veranstalter (im Nachhinein war die Namenswahl aus verschiedenen Gründen sehr offensiv).
Außerdem schwebt mir seit geraumer Zeit ein viel besserer Name vor: Totgehört. In Anspielung auf die Tatsache, dass man einige Alben sehr häufig hören muss, um sie zu rezensieren und weil ich privat am liebsten toten Metal (beziehungsweise Death Metal höre). Die Assoziation vieler, dass ich auf diesem Blog nur totgehörtes, sprich ausgelutschtes, Material vorstellen würde, nehme ich in Kauf oder anders gesagt, ich bin bereit diesen Tod zu sterben (Ha, ha).

Eine andere Baustelle ist auch die Ausrichtung, denn auch über mein Praktikum hinaus arbeite ich seit 2011 bei Powermetal.de und stelle mir die Sinnfrage hinter zwei Online-Magazinen, die ich mit Metal-Reviews befülle. Deswegen nehme ich mir für das neu formierte Zine Totgehört vor, ähnlich wie Fenriz auf seinem Blog, wöchentlich eine Band vorzustellen, die mir ganz privat am Herzen liegt, im Band-Of-The-Week-Format vorzustellen. Das mache so ziemlich das ganze Jahr 2012 über und bekomme dabei immer mehr Aufmerksamkeit. So berichtet der kultige Extreme-Metal-Blog Necro Slaughter über mein Fanzine und Labels beginnen mich regelmäßig mit Promos zu versorgen. Das macht die Ausweitung einer CD-Review-Sektion wieder notwendig, aber diesmal in ordentlicher Form! Statt Rubrikseiten zu überladen nutze ich Tags, um Einträge zu sortieren und verpasse allen Posts mit einem übergeordnetem Banner (meist das Bandlogo) und Einbindung von YouTube Videos, worauf mich nicht zuletzt unser Kollege
Quelle: http://necroslaughter.de/2012/05/blogs/
Florian bringt, einen einheitlichen Look. 
Anfang 2013 wird so aus Totgehört, das nur wöchentlich mit monothematischen Artikeln aufwarten konnte, ein ordentlicher Blog (wie man dieses Format richtig versteht, begreife ich ehrlicherweise auch durch meine Erfahrungen im Studium). Um jetzt nicht aber in die bereits erwähnte Falle zu tappen, bei Totgehört das gleiche zu machen wie bei Powermetal.de, schreibe ich bei Totgehört in einem etwas persönlicherem Stil und beziehe mich auch auf einzelne Reviews aus der Vergangenheit. Außerdem führe ich neue Rubriken ein wie Reingehört, wo kurze Abrisse von CDs, Demos etc. veröffentlicht werden, die ich nicht benoten will, oder Angehört, wo ich mich in kurzen Texten um mehrere Bands kümmere, die ich ansonsten aufgrund von Zeitmangel nicht berücksichtigen könnte.
Eigentlich sind wir hiermit fast in der Gegenwart angekommen und trotzdem könnte ich noch stundenlang über Totgehört philosophieren. Wie über gescheiterte Versuche eine Tumblr-Präsenz oder eine feste Redaktion aus Autoren zu etablieren (im Grunde haben im Jahr 2014 nie mehr als zwei weitere Autoren, namentlich Lukas und Nezyrael, für Totgehört geschrieben) oder eben den Verlust meines engen Freundes Lukas, dessen letztes Review vor seinem Tod vergangenen September noch dafür gesorgt hat, dass ich mit Weed Hunter Records in engeren Kontakt treten konnte.


So viel ist passiert in den letzten fünf Jahren. Wir sind mit diesem Blog auf dem Party.San Open Air gewesen, haben Legenden wie Paul Speckmann von MASTER interviewt und unzählige Menschen (wenn auch meist nur online) aus aller Welt kennengelernt. Gerade letztes motiviert weiter zu machen, auch wenn diese Seite so viele Stunden meines Lebens bereits gefressen hat und umgekehrt bisher keinen Euro abgeworfen hat. Das ist aber auch gar nicht so wichtig. Wichtiger ist, dass Menschen von Bangladesh über Puerto Rico bis Russland anfragen, ob man ihre Band rezensieren will. Denn daran merkt man, dass man ja doch Beachtung findet, auch wenn es manchmal so scheint, dass kaum einer sich um diese Seite zu scheren mag. Feedback spielt eben eine große Rolle, da es am meisten motiviert nicht aufzuhören. Keine Ahnung ob ich heute diesen Text schreiben würde, wenn mich in der Vergangenheit nicht einige Menschen aufgebaut hätten, indem sie mir gesagt hätten, dass sie regelmäßig Totgehört lesen und Bands sich immer wieder sehr positiv über meine Rezensionen geäußert hätten.
Wohin die Reise in Zukunft geht, weiß ich selbst noch nicht, aber es wird auf jeden Fall spannend. Abschließend will ich mich auch noch mal bei allen Promotern, Labels und Musikern bedanken, die mich regelmäßig mit Musik versorgen und mir zum Teil abgefahrene Sachen vorlegen, die ich ohne ihr Zutun nie zu hören bekommen hätte. Auch Dank gilt jedem, der mich in den letzten Jahren aktiv unterstützt hat. Sei es mit eigenen Reviews, Konzertfotos oder nur einem einfachen Schulterklopfer, wenn er nötig war. Nicht zuletzt gilt aber der aller größte Euch, die diesen Artikel und andere Texte auf meinem Blog lesen und in der Vergangenheit gelesen haben. Ohne Euch, wäre der Laden schon lange dicht und ich um einige schöne Erfahrungen ärmer. 
In diesem Sinne: Stay heavy, stay tuned!

[Adrian] 

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