Samstag, 14. Februar 2015

Angehört: Ancst - Ast


ANCST ist bei Totgehört ein gern gesehener Gast und die Jungs haben uns bereits zuvor mit den tollen Releases begeistern können. Nun sind die Schwarzkrusten aus Berlin wieder da und haben eine Split im Gepäck, die sie mit den Ulmer Kollegen von AST aufgenommen haben.
ANCST ist in meinen Augen eine Band, die völlig zu Unrecht noch unter dem
Radar fliegt. Denn ihre Mischung aus Crustcore, Black Metal und doomigen Ambient-Anleihen ist etwas, was man in Deutschland nicht an jeder Ecke findet. Auch die vier neuen Songs von der Split-LP beweisen wieder einmal wie außergewöhnlich die Herren aus der Hauptstadt Sounds miteinander verbinden, die trotz ihrer Gegensätzlichkeit (besonders Hardcore und Black Metal) eine logische Symbiose ergeben. Die heftigen Shouts von Frontmann Torsten verschmelzen problemlos mit den schwarzen Riff-Kaskaden, die mit deutlichem US-Black-Metal-Einschlag über den Hörer hereinbrechen (herausragendes Beispiel ist hierbei 'Seizures', das instrumental den deutlichsten Schwarzmetallbezug im Portfolio von ANCST hat und mit einem ungewöhnlich langen ambienten bis post-rockigen Intro von zwei Minuten eingeleitet wird). Es ist immer wieder eine Freude ANCST in den Player zu werfen, denn sie stillen sowohl die Lust auf morbide Dunkelheit als auch auf treibende Energie. Zu Songs wie 'Blame Chord' und 'Spark' kann man gleichzeitig träumen, bangen oder moshen und das alles vereint in einer Spielzeit von wenigen Minuten. Wie immer ein absolutes Hörvergnügen!

Der Partner für die Split-Scheibe ist mit AST mal wieder sehr passend ausgewählt worden, denn auch diese Truppe (bei der auch ein Mitglied von ANCST am Bass und Mikro steht) vermischt Black Metal mit Elementen aus anderen Genres. 'Hybris & Hamartie' zum Beispiel hat eine sehr melodische Melodieführung und das obwohl das Kreischen von  Sänger Niko (das in den Hintergrund tritt) und Blast-Beats das Lied durchziehen. Ich kann nicht mal genau bestimmen welche Einflüsse hier verbaut worden sind, um ein harmonischen Extreme-Metal-Dämon wie 'Von Einem Ende' zu erschaffen. Nennen wir diese massiv klingende Soundwand einfach: Post Metal. Denn eine Mischung aus Melodie und brachialem Chaos wie bei 'F.S.' lässt sich nur schwer anders einordnen. Insgesamt ist das eine sehr interessante Extreme-Metal-Ausprägung, die uns AST hier vorlegen. Denn durch gewollte Brüche wie am Ende Rauswerfers, ist man mit zum Beispiel mit einem Noise-Outro immer für eine Überraschung gut.
Diese Split lohnt sich definitiv für alle Fans von Bands wie AMEBIX, WOLFBRIGADE, ganz alten BATHORY und TOTENMOND. Die Scheibe erscheint als Vinyl in einer speziellen Auflage von 100 silbernen und 400 schwarzen Platten, die ab 02.03.2015 ausgeliefert werden und auch bei Vendetta Records zu erstehen sind!

[Adrian]

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