Dienstag, 11. November 2014

CD-Review: Infested Entrails "Defiling A Piece Of The Deceased"


Alles Old-School, oder was? Nicht ganz. Denn auch wenn im Moment haufenweise gute klassische Todesblei-Truppen unterwegs sind, gibt es auch immer noch eine gesunde Brutalisten-Szene, die sich über fehlenden Nachwuchs nicht beschweren kann. Die Australier von INFESTED ENTRAILS sind mit ihrem Debüt "Defiling A Piece Of The Deceased" ein gutes Beispiel dafür, dass der Sound von DEVOURMENT und SUFFOCATION auch 2014 noch immer top-aktuell ist. 

Ich bin zwar normalerweise nicht der allergrößte Brutal-Death-Metal-Fan, aber irgendwie schaffen es die Jungs aus Down Under dennoch mich in ihren Bann zu ziehen. Grund dafür ist mit Sicherheit ihre Fähigkeit den Album-Sound gekonnt über die Spielzeit hinweg zu variieren und recht ungezwungen auch klassische Todesstahl-Elemente vor allem beim Riffing einfließen zu lassen. Ein schönes Beispiel ist hier das gnadenlose 'Firefight Sodomy'. Die üblichen Slam- und Blast-Beat-Trademarks sind zwar zu finden, aber jeder Song bietet auch immer genug eigenen Charakter, um für sich alleine zu stehen. Das heißt zwar nicht, dass es ab und an, auch mal die eine oder andere Länge gibt, aber im Großen und Ganzen, kann man diesen Makel noch tolerieren. Man darf eben nicht vergessen mit welchem Sub-Genre man es hier zu tun hat und dafür, dass Brutal-Death normalerweise eher stumpf ist, ist ein Titel wie beispielsweise 'Recreational Vomit Facial' sogar phasenweise recht rockig. Mit knapp 33 Minuten ist das Treiben auch nicht zu lang und bleibt lieber kurz, kompakt und knackig anstatt mit zu viel Volumen sperrig und unbekömmlich zu werden.


Insgesamt kann man den INFESTED ENTRAILS ein gutes Zeugnis ausstellen und muss auch als Old-School-Deather gestehen, dass sie ihre Sache auf dem Erstling sehr gut machen. Zum überzeugten Brutalisten-Freund machen mich die Aussies zwar auch nicht, aber sie beweisen, dass man nahe an der lärmenden Basis bleiben kann ohne in Eintönigkeit zu verfallen oder mit Frickel-Attacken jede Song-Dienlichkeit zu zerstören. "Defiling A Piece Of The Deceased" lohnt sich für alle, deren Härteskala erst mit DYING FETUS und KRISIUN beginnt und die gleichzeitig einen gewissen Hörbarkeitsanspruch besitzen. 
Das blutige Erstwerk der New-South-Waliser ist seit dem 4. September bei Grindhead Records zu haben.

7,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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