Sonntag, 3. August 2014

CD-Review: Ichor "Depths"


Ich liebe Death Metal! Ich würde sogar behaupten, dass es mein liebstes Sub-Gerne ist. Allerdings gibt es auch verschiedene Aspekte, die ich an dieser Schublade regelrecht verabscheue. Dazu gehören stumpfer Brutal Death Metal, Deathcore und Breakdowns! ICHOR schaffen es auf ihrem neuen Album "Depths" genau diese Aspekte prominent ins Zentrum zu rücken.
Es ist kein Geheimnis. Ich kann mit ICHOR nicht viel anfangen. Ich habe die Band vor einigen Jahren mal im Odenwald zusammen mit DISBELIEF live erlebt und war nur mäßig von der Leistung der Trierer begeistert. Die Jungs stehen einfach für eine Art von Todesblei, die sich stark an Hochgeschwindigkeitsliebhabern wie ABORTED oder DECAPITATED orientiert, mit denen ich ebenfalls nur wenig anfangen kann. Klar, es gibt hier und da auch mal eine nette Melodie oder ein schönes Solo (wie in 'The Heretic King'), aber der Löwenanteil ihrer Songs besteht lediglich aus wildem Geprügel, das über eine Spielzeit von 41 Minuten hinweg nicht überzeugen kann.
Natürlich kann man mir vorwerfen, dass ich für diese Platte einfach der falsche Ansprechpartner bin. Wie soll bitte jemand brutalen Death Metal bewerten, wenn er von vornherein nicht viel mit diesem Genre anfangen kann? Wahrscheinlich würde ich diese Zeilen gar nicht schreiben, wenn es nicht auch Truppen wie JACK SLATER, DEVOUREMENT oder ORDER OF ENNEAD geben würde, die mir bewiesen haben, dass man auch exzessive Blasts und pfeilschnelle  Riffs in ein interessantes Gesamtkonzept einbinden kann. ICHOR gelingt das aber nicht.
Man hört zwar heraus, dass die Rheinland-Pfälzer Bands wie DEICIDE (besonders markant zu hören in 'Deny Your God') oder KRISIUN (die in 'Leviathan' sehr präsent sind) abfeiern, jedoch bleibt es beim Tribut. Denn neben einem Haufen Versatzstücken aus dem Deathcore-/Brutal-Death-Baukasten bleibt hier unter dem Strich nicht viel übrig.
Positiv zu vermerken gibt es für mich nicht allzu viel, aber ein paar Sachen sind auch auf diesem Dreher ganz gut geworden. So beinhaltet 'Desire Of The Depth' eine Menge guter Gitarrenspuren und auch die Produktion ist durchgängig auf einem sehr hohen Niveau.  Allerdings reicht das für mich  nicht, um in Begeisterungsstürme auszusprechen. Denn dagegen stehen genug Songs der Marke 'Cthulus Sons', die nach Schema F entstanden sind und sich kaum von dem unterscheidet, was auch etwa 3.000 andere Kapellen aus diesem Subgenre zu Stande bringen.


Wer Deathcore, Brutal Death und Slams liebt kann bei ICHOR gerne mal reinhören und wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mehr Spaß daran haben als ich, aber ich müsste lügen wenn ich behaupten würde, dass mir "Depths" Spaß gemacht hätte. In meinen Augen ist dieses Album so überflüssig wie eine Eisdiele am Südpol.
Wer "Depths" dennoch erwerben möchte, hat ab dem fünften September die Gelegenheit dazu. Erscheinen wird das ICHOR-Album bei Bastardized Recordings.

5 von 10 Punkten

[Adrian]

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