Sonntag, 6. Juli 2014

Reingehört: Chiral "Abisso"

Ein-Mann-Projekte sehen sich oft vielen Vorurteilen ausgesetzt. Viele sehen sie abwertend als Kinderzimmer-Kapellen an oder beschweren sich über den Einsatz von Drum-Computern. Nichtsdestotrotz gibt es auch wieder positive Beispiele, die zeigen dass es auch anders geht und hochwertige Kost abliefern.Der Italiener CHIRAL versucht sich ebenfalls als Multi-Instrumentalist und liefert mit "Abisso" bereits die zweite Demo ab.
Die Vier-Track-EP beginnt mit einem recht undefinierbaren Gerumpel, von dem
man nicht weiß ob es Ambient oder Noise darstellen soll. Um einiges besser ist der zweite Titel, der sich ganz klassisch an norwegischen Extremisten wie MYSTICUM orientiert. Der Titeltrack wiederum ist mit elf Minuten überlang und beginnt recht sanft (hier weiß man auch worauf sich CHIRAL bezieht, wenn er davon spricht, dass er von PORCUPINE TREE und OPETH beeinflusst wurde). Allerdings wandelt sich auch dieser Titel recht schnell zu einem stampfenden Schwarzmetall-Monstrum, das seine progressiven Anteile gerade in den verspielten bis singenden Gitarrenpassagen durchklingen lässt (gegen Ende
dürfen diese sogar ziemlich akustisch werden).
Der Rauswerfer 'Atto II: In Assenza' bildet dann nur noch ein kurzes Outro, das auf dem Piano dargeboten wird und in 71 Sekunden die EP zu Grabe trägt.



Alles in allem handelt es sich hier um eine interessante Demo, es ist aber auch keine Neuerfindung des Genres, wie man es bei der Bezeichnung "Progressive Black Metal" vermuten würde. Trotzdem können sich Gerne-Fans "Abisso" gerne mal zu Gemüte führen und schauen ob CHIRAL ihr Fall ist oder nicht. Ich persönlich werde die CD jetzt nicht unbedingt häufiger in den Player werfen, aber mit 'Atto I: Oblio' ist auf jeden Fall ein kleiner Hit vorhanden.
Seit dem 21. Juni kann man den Rundling über den Südländer selbst beziehen.

[Adrian]

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