Mittwoch, 30. Juli 2014

Interview: Mucho und Hendrik von Bronson A.D. (Teil 3 von 3)


Im letzten Teil unseres Gesprächs mit BRONSON A.D. reden wir über die aktuelle Demo, liberale Labels, eine bunte Split und die Zukunft der Band. Wer die ersten beiden Teile des Interviews verpasst hat, kann den ersten und den zweiten Teil noch mal nachlesen.

Der Track 'I Am Christ' ist auf eurer aktuellen Promo-EP etwas kratzig, weswegen ihr ja einen Downloadlink für eine bessere Version des Songs beigelegt habt. Wie kam es eigentlich zu diesem Defekt und wie sauer ward ihr als ihr den Fehler bemerkt habt? (Bei dieser Frage stöhnen beide)



Mucho: Wie sehr wir uns geärgert haben? Oh Scheiße, erst mal ist eine Welt zusammengebrochen! Weil wir ja schon einen Haufen Arbeit und einen Haufen Kohle reingesteckt hatten. Das war schon echt  mega-ärgerlich. Aber Fakt ist, es wurde der falsche Master[-Track] im Presswerk auf die CD gepresst. 

Hendrik: Wir hatten ja vorher die Hoffnung gehabt, dass die Scheibe bis zum Kalkwerkfestival fertig würde. Das stand ja noch auf der Kippe.

Mucho: Dann ist es halt passiert! Mega-ärgerlich! Aber natürlich haben wir uns gedacht über den Downloadlink kucken die Leute dann auch mal im Internet nach, weil es ist ja nicht gesagt, dass WENN die Leute ein Demo kaufen, was ja heute nicht mehr so zur kleinen Festival-Kultur gehört (also, Bands zu unterstützen). "Support your local bands!" ist ja heute nur noch eine Floskel. Leider! Also haben wir uns gedacht die Leute kommen so noch mal ins Internet und sehen dort, was wir so Neues machen. Die CD soll ja nicht einmal gehört werden und dann im Regal verstauben (lacht).
Wir sind ja auch echt günstig und haben ja auch geschaut, dass wir nur unsere Materialkosten herauskriegen. Der Rest ist egal, weil es ist ja Merchandise beziehungsweise ein Werbeartikel. Wir wollen ja in der Hauptsache, dass die Leute das Ding schon mal mit Heim nehmen, uns auf dem Schirm haben und vielleicht Freunden vorspielen. Darum geht es! Es geht vor allem darum bekannt zu werden.

Hendrik: Man muss aber auch dazu sagen, dass wir alle Lieder, die darauf sind, innerhalb von zwei beziehungsweise zweieinhalb Monaten geschrieben haben und nach drei Monaten innerhalb von zwei Tagen aufgenommen haben. Meiner Meinung nach kann man von Song zu Song eine Weiterentwicklung erkennen. Die Songs sind übrigens in der Reihenfolge auf der CD, in der wir sie auch nach und nach geschrieben haben.

Mucho: Außerdem besteht ja die Möglichkeit, dass wenn unsere jetziges Kontingent an CDs leer ist, neue Demos mit dem richtigen Master-Track zu machen. Aber natürlich haben wir uns schon sehr geärgert.
Wer sich bei euch eigentlich um das Artwork gekümmert?

Mucho: ich komme zum Glück ja aus einem Graffiti-Background. Ich kenne viele Graffiti-Maler, die mittlerweile auch ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Und in diesem Bereich haben wir uns von zwei Leuten verschiedene Stylez zeichnen lassen, was den Schriftzug angeht. Einem Dritten habe ich gesagt, dass er doch einfach eine Karikatur von Charles Bronson machen soll, aber sich dabei am besten ein Bild aus Chatos Land anschauen soll, wo er [Charles Bronson] schwer auf Indianer macht. Deswegen auch das Stirnband. So haben wir das dann alles zusammengetragen. Zu allererst hatten wir auch einen Schriftzug, der eher in die Hardcore-Richtung ging, haben uns aber letztendlich für den aktuellen Schriftzug entschieden. Eine Freundin von uns, die das auch beruflich macht, hat dann das Ganze zusammengetragen und das komplette Cover erstellt. Prellbock Designs, den Namen sollte man sich behalten.

Die EP ist ja in Eigenregie veröffentlicht worden und entspricht ganz dem alten DIY-Spirit eurer Referenzen. Wird das auch in Zukunft so bleiben oder sucht ihr momentan nach einem Label, mit dem ihr zusammenarbeiten könnt?

Mucho: Im Grunde ist es natürlich so, wenn ein Label Lust hat mit uns was zu starten, sind wir natürlich dankbar für Unterstützung zu haben. Aber ich denke unseren DIY-Charakter wollen wir schon beibehalten. Also, wir wollen uns nicht vorschreiben lassen, wie das Cover auszusehen hat. Das soll schon in unserer Hand liegen. Aber bei den kleinen Labels, die so im Umkreis sind, ist es ja auch oft so, dass man halt alles selbst zusammenträgt, man es dem Label übergibt und es sich dann um den Rest kümmern. Das finde ich auch in Ordnung so. Der Künstler sollte schon selbst in der Hand haben, wie das Ganze aussieht und wie es sich anhört. Immerhin machen wir ja das Ganze und wollen was damit aussagen, und nicht unbedingt das Label.

Na gut, manchmal denkt sich das Label eben, dass es auch was zu sagen haben sollte, wenn es schon in eine Band investiert.

Mucho: Das ist schon wahr, aber es gibt auch andere Varianten. Von uns kommt ja zum Beispiel auch eine Split-Vinyl auf Totally Freaked Out Records (aus den Niederlanden) heraus.
Da sind wir mit drei anderen Bands drauf und zwar mit The JEFFREY UPPERCUT (aus England), mit CHIMPANCÉ (aus Madrid) und mit KINGDOM OF GENOICIDE (aus Amsterdam). Jeder von uns steuert einen Track bei. Das Label macht so etwas häufiger. Die suchen sich die Bands und kümmern sich um alles. Die basteln das Cover und Artwork zusammen, kümmern sich um das Pressen und die Kosten werden unter allen fünf Beteiligten aufgeteilt. Auch die Exemplare werden unter den Bands aufgeteilt. Wir bekommen 60 Stück. Buntes Vinyl auf einer Seven-Inch.

Wann dürfen wir eigentlich mit einem Full-Length-Album rechnen?

Mucho: Also, wir haben gerade diese Woche gemerkt, dass da unsere Vorstellungen etwas auseinander gehen (grinst). Ich hatte nämlich mal gesagt, dass wir Ende des Jahres an einem Album arbeiten. Aber ich denke Hendriks Vorstellung das nächste Jahr im Sommer in Angriff zu nehmen ist da realistischer.

Hendrik: Wir wollen mindestens zehn Tracks haben, die nicht  hingerotzt sind, sondern die ausgearbeitet sind mit allem Drum und Dran. Also, in der Geschwindigkeit in der das bei der Demo ging wollen wir das eigentlich nicht mehr machen. Auch wenn uns der Songwritting-Prozess viel Nerven kosten wird. Ich bin in der Beziehung der Perfektionist in der Band. (lacht).

Mucho: Wobei wir damit jetzt nicht unzufrieden sind. Das passt schon so und hat den Charakter den wir haben wollten. Aber es war doch schon stressig gewesen.
Da wollen wir uns beim nächsten Mal ein bisschen mehr Zeit lassen. Aber der Gedanke dahinter, das so schnell einzuprügeln, war halt der sich noch bei den Festivals dieses Jahr zu bewerben. Und viele von denen hatten eine Anmeldefrist, die Ende Februar endete. Mitte März wäre zwar auch noch gegangen, aber wir haben dann schon im Januar gemerkt, dass das eine harte Nummer wird. Letztendlich haben wir es dann ja auch nicht mehr geschafft, obwohl das der Hauptgrund war, warum das Ganze so schnell produziert wurde.
Von der Musik her sind wir auch zufrieden und das war auch nicht so der Stress. Stress war es hauptsächlich alles auf einen Nenner zu kriegen. Alle gehen arbeiten. Die Kollegen, die das aufgenommen und gemastert haben, haben natürlich auch noch ihre Jobs. Und da mussten wir das immer genauso timen, dass es in die Arbeitszeit beziehungsweise in den Feierabend hineinfällt. Das war einfach das Stressige.
Wie oft kommt ihr eigentlich zum Proben?

Hendrik: Wenn es klappt einmal in der Woche.

Mucho: Wobei alle zwei Wochen realistischer ist. (Beide nicken)

Hendrik (überlegt kurz): Wobei sagen wir viermal im Monat. Das mag sich jetzt nicht viel anhören, aber wenn man bedenkt, dass Marc und Ich auf Schicht arbeiten, ist diese Aussage doch sehr realistisch.



Danke für das Interview. Das waren alle meine Fragen. Wenn ihr mögt könnt ihr an dieser Stelle noch jemandem danken oder etwas loswerden, was euch auf dem Herzen liegt!

Hendrik: An dieser Stelle möchten wir uns beim Hausi bedanken, der maßgeblich an den ersten 2-3 Songs mitgeschrieben hat. Auch gilt unser Dank natürlich Steckie, der uns bei unserer Livepremiere noch unterstützt hat. Ein genauso großer Dank geht an THRASHTANICA, deren Proberaum wir nutzen durften. Das Beste kommt zum Schluss: Dir! Danke für den Support und das Interview!

Mucho: Und Leute, aufpassen! Da kommt in diesem Jahr noch mehr von uns!
Hendrik: Genau, wir sind nicht nur hier um Bier zu trinken (grinst).


[Zum aktuellen Zeitpunkt wurde die Teilnahme am Huhn Aufs Eis Festival in Lindenholzhausen am 15.11. bestätigt.]

[Adrian]

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