Mittwoch, 7. Mai 2014

CD-Review: Rude "Soul Recall"

Wie bereits in unserer Tape-Kritik zu RUDEs "Haunted"-Demo erwähnt, kommt Ende dieses Monats das Full-Length Debüt der Amerikaner auf den Markt und erfreulicherweise habe ich "Soul Recall" bereits jetzt vorliegen.
Es fällt direkt auffällt, dass von den acht enthaltenen Tracks bereits vier Stück auf der Demo zu finden waren. Wer also bereits die MC sein eigen nennt wird das eine oder andere Dè Já Vous erleben. Dennoch bietet der Longplayer auch für Kassettensammler immer noch genug Reiz, um sich auch diese Scheibe zu zulegen. Denn die Produktion ist erneut unheimlich räudig und schießt kraftvoll aus den Boxen. Außerdem gibt es neue feine Songs wie 'In Thy Name' oder den Titeltrack, die in dieselbe Kerbe hauen wie die Demo-Songs und sich nicht anmerken lassen, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt entstanden sind. Die Album-Aufnahmen lassen stimmlich Vergleiche mit alten ASPHYX vergleichen und vereinigen sowohl amerikanische als auch mitteleuropäische Merkmale in sich.
Ein echtes Highlight der neuen Lieder ist 'Last Of Us' (muss noch jemand an das Playstation-Spiel denken?). Das minimalistische Gitarrenintro wirkt obskur und düster. Es führt ganz langsam in den doomigen Auftakt des eigentlichen Titels über, bevor dieser sich zu einem amtlichen Groove-Ungetüm auswächst. Gegen Ende des Tracks wird es dann wieder etwas ruhiger und man schließt so wie man begonnen hat. Die dunkle Gitarrenmelodie geleitet den Hörer hinüber zum finalen Rauswerfer. Meiner Meinung nach wäre es jedoch passender gewesen 'Last Of Us' ans Ende zu setzen anstatt sich mit 'Internal Ascension' zu verabschieden, das sich wegen seiner Energie und treibenden Gitarren viel wohler am Anfang oder in der Mitte des Longplayers fühlen würde. Schlechter macht das Song allerdings nicht. Hier werden noch mal alle Stärken der Jungs zusammengefasst und fünfeinhalb Minuten lang zum Besten gegeben.




Insgesamt bleibt das Fazit von "Soul Recall" (im Vergleich zur Rezension der Demo) das gleiche. Die Kalifornier sind authentisch und aggressiv wie ein tollwütiger Wolf. Der Old-School-Faktor ist extrem hoch und an allen Ecken und Enden fühlt man sich an Glanztaten wie "The Rack" oder "Slowly We Rot" erinnert. Definitiv eines der besten traditionellen Death-Metal-Alben der ersten Jahreshälfte.
Ab 30. Mai kann man das Debüt von RUDE bei FDA Rekotz erwerben.

8,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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