Samstag, 26. April 2014

Reingehört: Dis.agree "Break The Chains"


Ich bin ein überzeugter Old-School-Fan. Wenn es um Death, Heavy oder Thrash Metal geht, bevorzuge ich generell eine traditionelle Herangehensweise. Natürlich gibt es zu jeder Regel auch eine Ausnahme. So gefallen mir auch Bands wie MAROON, MISERY SPEAKS oder NEAERA, die einen sehr am Zeitgeist orientierten Extreme Metal spielen. Eine ähnliche Richtung schlagen auch die Jungs von DIS.AGREE ein und legen mit "Break The Chains" ihren neuen Longplayer vor.

Ich muss zugeben, dass ich anfangs etwas gebraucht habe, um mit dieser Platte
warm zu werden und sie deswegen erst einmal bei Seite gelegt habe. Dieser kreischende Shout-Gesang und diese stampfenden Slam-Death-Riffs wollten im ersten Augenblick nicht so ganz den Weg in mein Ohr finden. Inzwischen nach zwei, drei Durchläufen geht der Stil der Jungs aus Goslar und Bad Harzburger immer besser runter. Auch wenn ich mit Breakdowns  niemals klar kommen werde, bietet das Album auch so immer noch genug gute Ideen, um kein genervtes Betätigen der Skip-Taste zu provozieren.  Die (teilweise) sehr ausgefeilten und melodischen Gitarren zünden (Hörbeispiel: 'Fading Away') und sorgen dafür, dass einige Songs ordentlich Eindruck hinterlassen. In den treibenden Passagen wie bei 'Breaking These Chains' offenbaren die Niedersachsen, dass sie durchaus mitreißende Songs schreiben können. Besonders bei dem (Quasi-)Titeltrack fällt mir auf wie sehr mich DIS.AGREE an BLOODSPOT erinnern, die mit ähnlichen Trademarks zu Werke gehen.  Aber auch andere Bands kommen mir immer wieder in den Sinn und das ist ganz klar ein Problem der Scheibe. Denn man hat zu oft das Gefühl, dass man den einen oder anderen Part schon mal gehört hat. Ich will hier zwar niemandem stumpfes Abkupfern vorwerfen (immerhin sind die Jungs auch schon seit 2006 unterwegs), dennoch habe ich Probleme damit im Sound der Truppe entscheidende Alleinstellungsmerkmale auszumachen. Damit meine ich nicht, dass man den Extreme Metal neu erfinden muss, aber ein paar mehr Überraschungen könnten die Norddeutschen stärker vom modernen deutschen Metal-Underground abheben.

Ein Verzicht auf zu viele Breakdowns und Metalcore-Einflüsse (etwas womit man sehr schnell zum Stereotyp werden kann) würde sicherlich schon eine Menge bewirken. Nichtsdestotrotz kann ich mir vorstellen, dass dieser Longplayer besonders gut auf der Bühne funktioniert und DIS.AGREE eine herrliche Live-Band abgibt. Das MItmach-Potential der Songs hört man nämlich deutlich heraus.
Wer "Break The Chains" kaufen möchte kann sich direkt an die Band wenden, das Album ist bereits 04.04.2014 über SAOL erschienen.

[Adrian]

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