Montag, 27. Januar 2014

CD-Review: Albatross / Vestal Claret - "The Kissing Flies \ The Black Priest"


Es gibt viele Bands, die versuchen die verschiedensten Metal-Spielarten in sich zu vereinen und die allermeisten scheitern kläglich an dieser Aufgabe. Da es ist es umso überraschender, dass gerade eine Gruppe aus Indien eindrucksvoll beweist, dass diese Angelegenheit nicht unmöglich ist. ALBATROSS kann deswegen nur grob als Horror Metal umrissen werden. Dabei kann schnell übersehen werden, dass auf dieser Platte mit VESTAL CLARET auch noch eine starke Heavy-Doom-Kapelle mit an Bord ist.
Kommen wir aber zuerst zu den Indern. Bei ihrer Seite "The Kissing Flies" wird man zwischen Heavy und Thrash Metal sowie Dark und Death Metal hin und her geworfen. Mal hat man das Gefühl, dass man einer MERCYFUL-FATE-Tribute-Band lauscht und dann wieder muss man an CRADLE OF FILTH denken. Zusammengehalten wird diese Vielfalt vom horrormäßigen Instrumentalgewand, das sich aber auch selbst sehr abwechslungsreich präsentiert und von düster stampfend bis thrashig rockend eine breite Palette an Ideen auffährt.
Um einiges konventioneller sind die Kollegen von VESTAL CLARET. Die Amis spielen nämlich einen sehr klassischen Doom Metal, der sowohl an CANDLEMASS als auch an PENTAGRAM erinnert. Die Spielzeit ihres einzigen Tracks 'Black Priest' der Platte sprengt mit über 17 Minuten zwar alle Grenzen, trotzdem kommt selten Langeweile auf (auch wenn vier kurze Tracks weniger sperrig gewesen wären als dieses Monstrum). Recht unbeschwert legen die Nordamerikaner ein mitreißendes Riff nach dem anderen vor und können sogar auf dem Solo-Sektor punkten.

Alles in allem machen beide Truppen einen guten Job hier, obwohl ALBATROSS aufgrund des mutigen Stilmixes leicht die Nase vorn hat. Das macht VESTAL CLARET allerdings kein bisschen schlechter. Lediglich der Hang beider Kapellen zu langen Tracks ist etwas anstrengend. Jenseits der zehn Minuten sollte man sich wirklich nur in Ausnahme-Fällen bewegen.
Eine Endnote zu vergeben fällt bei einer Split nie einfach (weswegen ich oft darauf verzichte), hier kann ich mit gutem Gewissen beiden Bands eine Siebeneinhalb geben, auch wenn ALBATROSS an der Acht kratzt, während VESTAL CLARET eher Richtung sieben tendiert.
Das Teil kann bei Roadcrew Records bereits seit einiger Zeit abgegriffen werden (nicht vom häßlichen Cover abschrecken lassen).

7,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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