Montag, 2. Dezember 2013

Revisited-Review: Burzum "Fallen"

Bei diesem alten Review war ich unsicher ob ich es posten soll. Man kann sich nämlich über Varg Vikernes un BURZUM trefflich streiten und ich bin der Letzte, der die Verbrechen und die geistigen Ausfälle des Norwegers in Schutz nehmen wird.
Allerdings würde ich auch nicht so weit gehen, deswegen seine Musik zu boykottieren. Denn Auch wenn die letzten beiden Alben "Umskiptar" und "Sôl austan, Mâni vestan" nicht mehr ganz so glanzvoll waren wie der Doppelschlag "Belus" und vor allem "Fallen", muss man diesen bärtigen Herren doch für sein kompositorisches Gespür loben. Beim 2011er Album stimmt einfach alles. Perfekte Melodien, perfekte Atmosphäre und herrliche Lieder mit viel Tiefgang. Das ist Musik, die unter die Haut geht und sich einen Scheiß darum schert ob sie trve ist oder nicht. Ich feiere die Scheibe immer gnadenlos ab wenn ich sie höre und bin mit meiner Meinung nach dem Release immer noch absolut konform. So klingen Alben für die Ewigkeit! BURZUM ist auch nach 20 Jahren eine Macht im Schwarzmetall!
  
So war das damals... 
Varg Vikernes hat 2010 ein bärenstarkes Album namens "Belus" abgeliefert, das dem ganzen Plastik-Schablonen-Bands gezeigt hat, was der Altmeister des schwarzen Metalls noch alles so kann! Aber alles gesagt hat der norwegische Waldschratt damit noch lange nicht. Denn mit der aktuellen Scheibe "Fallen" legt er noch mal eine Schippe drauf. Der Silberling beginnt diesmal mit einem etwas vielseitigeren Vorspiel (die Milchflaschen bleiben im Küchenschrank). Es wird gesäuselt und rumort, wo durch der Hörer mit auf eine Reise durch düstere Fieberträume und schwarzromantische Fantasien genommen wird. Schon die ersten Tracks 'Jeg Faller' und 'Valen' machen klar, dass der Weg von "Belus" konsequent weiter verfolgt wird. Geflüstertes Gekeife, verzweifelte Schreie, hymnischer Gesang, Beklemmung und epische Rifflandschaften bestimmen das Bild. 

Blake Judd von NACHTMYSTIUM hat mal ganz richtig festgestellt, dass der Count ein einzelnes Riff mehrfach repetieren kann und man ihm auch nach 15 Minuten noch gerne zu hören würde. Das kann ich nur bestätigen! Was bei anderen Bands langweilig und monoton klingt, nimmt einen bei "Fallen" gefangen! Doomig, ambient und tiefschwarz! Vikernes beweist dass man auch ohne 190 bpm erstklassigen Black Metal machen kann. Die sechs Lieder (exklusive Intro) sind ein Manifest für anspruchsvollen Metal abseits von Trends. BURZUM bleibt BURZUM ohne auch nur eine Facette der eigenen musikalischen Historie zu leugnen. Ob episches Low-tempo ('Enhver Til Sitt') oder schneller und aggressiv ('Vanvid'), jeder Schuss ein Treffer! Egal wie man zu der umstrittenen Person Vikernes steht, bleibt festzuhalten, dass er einer der besten, individuellsten und kreativsten Künstler ist, die es im Metal Bereich gibt! So bleibt auch wie schon bei "Belus" die Erkenntnis, dass der kauzige Bergeremit aus Norwegen mal wieder das Album des Jahres vorlegt. Man darf gespannt sein, was BURZUM noch alles abliefern wird. Wenn es so weiter geht werden uns auf jeden Fall noch einige Meisterwerke ins Haus stehen.

10 von 10 Punkten 

[Adrian]

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