Samstag, 30. März 2013

Easter Eggs: Metallische Ostern - Part 1


Auch wenn es das Wetter nicht vermuten lässt, es ist Ostern und überall werden entweder Eier bemalt oder Bibelfilme gezeigt und ansonsten nicht sonderlich religiöse Christen strömen in die Kirchen. Als Metaller gehört es da zum Image ein wenig in die Suppe zu spucken. Denn im Vergleich zum beschaulichen Weihnachten, das viele Hardrock- und Alt-Metall-Kapellen zwecks Rentenaufstockung mit winterlichen Balladensamplern überfluten, gibt es zum Osterfest einige häretische Lieder. Natürlich steht da nicht explizit "Ostern" drauf noch werden sie im Bundle mit einem Schokohasen verkauft. Nein, die Lieder von denen ich Rede kümmern sich um den Kern des Osterfests die Kreuzigung und die Auferstehung von Jesus Christus.
Während die Kirche besonderen Wert auf die Auferstehung und die Überwindung des Todes legt, geht es im Metal vorrangig um den Tod des Nazareners. Es gibt zwar auch Bands wie MORTIFICATION oder STRYPER, die sich für die Verherrlichung des Gottes Sohns einsetzen, aber das sind eher Ausnahmen, was in Anbetracht der Tatsache, das die meisten konservativen Katholiken nicht wirklich offen und verständnisvoll für den Lebensstil Rock'n'Roll und Heavy Metal sind, nicht verwundert.
Deswegen habe ich euch passend zum Frühlingsfest eine kleine Spotify-Playlist mit dem Namen "Easter Eggs: Metallische Ostern" zusammen geschustert. Die Lieder sind in keiner qualitativen Reihenfolge angeordnet und es gibt auch noch viele andere Songs, die man hierfür hätte nehmen können, aber ich habe mich für diese zehn Titel entschieden, die wie ich finde lyrisch sehr gut zu den Festtagen passen. Heute kommen die ersten fünf und morgen passend zur Auferstehung die nächsten fünf.

VADER - 'Lord Of Thorns'
Auf dem aktuellen Album "Welcome To My Morbid Reich" der Osteuropäer kehrt man zur alter Todesstärke zurück und zeigt dem erz-christlichen Polen, was man von ihrer Frömmigkeit hält. Allein die erste Strophe sagt alles: "Somewhere, nowhere. A man became a God, Spreading words and lines, Washing brains of sick believers, Visions scratched in a book". Ein Fest für alle Häretiker, Atheisten und solche die es werden wollen. Den Bezug zum Osterfest stellt der Titel dar, der "Herr der Dornen" bezogen auf die Dornenkrone von Jesus, die er bei der Kreuzigung getragen hat. Auch musikalisch ein sehr starkes Death-Metal-Brett von VADER.

HELLHAMMER - 'Messiah'
Uralt und legendär wie kaum eine andere Band im Extreme Metal. HELLHAMMER haben Anfang der 80er Akzente gesetzt, die bis heute nachhallen und haben den antichristlichen Gedanken der Black-Metal-Szene vorgelebt. 'Messiah' ist da nur eines von vielen Liedern. Eigentlich ist hier durch kriegerische Bilder auch ein großer Bezug zur modernen Gesellschaft hergestellt, aber gerade so Zeilen wie "See the dead of the sun - christian love in vain, Father killed by son, mother raped in pain." entsprechen (in etwa) der Passion Christi. Das Lied sollte aber ohnehin jeder Metaller mal gehört haben. Es ist immerhin ein Klassiker!

BURZUM - 'Jesus' Tod'
Was soll man noch viel zu BURZUM sagen, außer "Coole Musik wenn auch kranker Typ"? Am Besten sagt man nichts weiter. 1996 erschien mit "Filosofem" eines der beliebtesten BURZUM Alben, das mit 'Jesus' Tod' einen der besten Tracks der Bandhistorie enthält.
Den Bezug zu Ostern stellt auch hier der Titel dar und wenn ihr euch schon mal gefragt hat, was der spärliche norwegische Text der Acht-Minuten-Hymne aussagen soll, habe ich hier eine kleine Übersetzung für euch (wenn auch nur mit Google übersetzt):
"Eine Gestalt lag auf dem Boden.  So schlecht, dass sie Blumen verwelkt. Eine düstere Seele lag da auf dem Boden. So kalt, dass das Wasser zu Eis ward. Ein Schatten fiel dann über den Wald, als die Zahl der Seelen verdorrte. Für die Figur der Seele war ein Schatten eines Schattens. Kraft des Bösen." So oder so ähnlich soll der Text lauten. nicht wirklich österliche Lyrik, aber ist ja im Original eh auf norwegisch. Von daher sollte man sich vielmehr von der intensiven Stimmung des Titels einfangen lassen.

UNLEASHED - 'The Greatest Of All Lies'
Die Schweden UNLEASHED sind ja eher dafür bekannt Wikinger und heidnische Krieger zu besingen, aber ab und zu ist dann auch mal Zeit für ein wenig Ketzerei. Auf "Hammer Battalion" findet sich 'The Greatest Of All Lies' ein direkter Oster-Bezug. Denn im Song heißt es beispielsweise: "Nailed to the cross, as death sets in. The blood of Christ spilled for all human sins"
Im Großen und Ganzen handelt der Song aber lediglich von der christlichen Missionierung und den damit verbundenen Lügen, die die Kirche in die Welt gesetzt habe, um die Menschen durch Angst und Terror zu unterdrücken. Reinhören lohnt sich natürlich auch hier, auch wenn es aus der späteren Phase der Bandhistorie kommt.

GRAVE - '...Here I Die...Satisfied'
Bleiben wir in Schweden. Die Death-Metal-Veteranen GRAVE haben viele fiese Seitenhiebe gegen den Vatikan zu bieten, aber '...Here I Die...Satisfied' ist in meinen Augen das stärkste Anti-Kirchen-Lied der Skandinavier. Allein der Text ist ausdrucksstark wie sonst was: "Are you my father creator of Earth. Did you give me birth. Do you exist? Where do you hide? Now as I die". Ein Passionslied aus der Sicht von Jesus selbst, der am Kreuz hängt und sich von Gott verlassen fühlt. Wenn man sich die Bibeltexte so anschaut, ist das gar nicht mal soweit her geholt und von allen hier vorgestellten Liedern ist der GRAVE-Track wohl am intelligentesten formuliert worden.

[Adrian]

Die zweite Hälfte folgt morgen!

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