Sonntag, 5. August 2012

Band Of The Week: Sunset Steel



Manchmal werde ich gefragt, wie ich eigentlich meine Bands Of The Week aussuche. Generell sind es ja noch recht unbekannte Extreme-Metal-Bands, die mir gut gefallen und deren Output bei mir auf Dauerrotation läuft. Ab und zu reicht es aber auch auf einem Festival neben mir zu campieren und mir eine Demo zu verkaufen. So erstand ich vor kurzem auf dem Summer Nights Open Air nahe Euskirchen für zwei Euro und eine Dose Bier die zweite Demo der Kölner SUNSET STEEL.

Die Band ist verdammt Old-School und verkörpert in allen Belangen das Lebensgefühl der 80er Jahre. Man sieht nicht nur aus wie eine optische Verneigung vor der NWoBHM und der Bay-Area, sondern auch das knallbunte Cover (gezeichnet im DIY-Sinne von Kumpel Victor Hartenfels) erinnert an eine klassische Heavy-Metal-Demo. 
Hört man in das gute Stück rein werden alle Erwartungen umgehend bestätigt. Alle Tracks sind Old-School Heavy Metal as Fuck und würzen ihren Mix mit einer Priese US-Thrash, wobei die musikalischen Paten ganz klar alte RAVEN, noch ältere JUDAS PRIEST und IRON MAIDEN zu Zeiten von "Killers" sind. Der Gesang von Gitarrist Chris ist rotzig bis kräftig und macht durchweg Spaß. Die Gitarrenarbeit ist sehr gut, auch wenn sie nicht gerade übertrieben abwechselungsreich ist. Besonders 'Stallion' und 'Sunset Beach State Police' ähneln sich in vielen Passagen doch stark. Aber wen kümmert's? Die Titel haben heftigsten Ohrwurmcharakter und sind eingängig wie Hölle. 'You've Got Me So' zum Beispiel will sich gar nicht mehr aus den Hirnwindungen verziehen und animiert zum mitwippen. Alle Titel dieser Demo sind stark auch wenn es nur drei Tracks sind. Aber den restlichen Platz ungenutzt lassen ist nicht der Stil von SUNSET STEEL (kommt schon, dieser Wortwitz ist Grimme-Preis verdächtig). 
Ein längeres Hörspiel (ja, ihr lest richtig) erwartet den Hörer nach dem musikalischen Programm dieser Demo. Ganz spontan hat die Band sich nach eigener Aussage dazu entschlossen ihrem Song 'Sunset Beach State Police' eine Hintergrundhandlung zu schenken und das ohne Ahnung von Hörspielen zu haben. Umso stärker ist das akustische Treiben zu bewerten, bei dem zwei wilde Cops im Stile von Miama Vice oder Magnum etwas abseits der polizeilichen Regeln agieren, um Drogenbossen und dem organisierten Verbrechen das Handwerk zu legen. Die Soundeffekte und die schauspielerischen Leistungen der Bandmitglieder sind kultverdächtig und in jedem Fall ein Totschlagargument diese Demo zu kaufen. Auch wenn betont werden muss, dass die Musik alleine stark genug ist, um den Erwerb dieser CD zu rechtfertigen. 
Jeder der auf US-Heavy Metal der 80er und NWoBHM steht, sollte mal in dieses heiße Teil reinhören. Aber auch Fans von Krimi-Hörspielen wie Shaft und Jerry Cotton (so wie ich) jubilieren beim Durchlauf des Bonustracks! Ein Hoch auf diese Huldigung der 80er!

[Adrian]

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