Dienstag, 26. Juni 2012

Band Of The Week: Nasum



Am kommenden Wochenende steht die erste von zwei wichtigen Grind-Attacken in Deutschland an, die man als Grind-Fan diesen Sommer nicht verpassen sollte. Um wen geht's? - Richtig, um die Schweden von NASUM! Denn diese Band, die sich 1992 in Örebro gegründet hat, hat nicht nur den Grindcore maßgeblich mit beeinflusst, sondern auch durch einen ganz eigenen Stil eine Duftmarke in der extremen Szene hinterlassen.
Die Schweden brauchten nie irgendwelche Pig-Squeals, Pitch-Shifter und andere Showeffekte. Ihr Grind war stets direkt, geradeaus und kompromisslos. Leider muss man aber sagen "war". Denn bereits seit dem Weihnachts-Tsunami von 2004 der den gesamten Pazifikraum verwüstete und Frontmann Mieszko Talarczyk mit den Tod riss, liegt die Band mehr oder minder auf Eis. Zum 20-jährigen Bestehen gehen die Skandinavier allerdings zusammen mit ROTTEN-SOUND-Röhre Keijo Niinimaa noch mal auf Tour, um sich in Gedenken an Mieszko gebührend von ihren Fans zu verabschieden. 
Wer in Deutschland lebt und sich die Jungs noch mal geben will sollte sich also dieses Wochenende nach Löbnitz aufs With Full Force begeben oder alternativ Mitte Juli nach Hünxe zum Extreme Fest pilgern. Mehr kriegen wir in Deutschland leider nicht geboten, weswegen jedem, der nicht zu diesen Open Airs kommen kann, zwei Scheiben ans Herz gelegt seien. Allen voran kann man gerade NASUM-Einsteigern die umfassende Compilation "Grind Finale" wärmstens ans Herz legen. Denn hier bekommt man mit 152 Songs auf 2 CDs, die volle Dröhnung NASUM, die die Geschichte der Band aus allen Blickwinkeln beleuchtet. Neuere Songs von zum Beispiel "Helvete" dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie auch Aufnahmen aus den Demo-Zeiten à la "Domedagen". Aber auch unveröffentlichte Songs aus frühren Tagen sind zu hören, wodurch das Paket zu einer runden Sache wird. Wer es noch exklusiver will, holt sich das ganze auf 4 LPs, welche über Relapse zu beziehen sind.
Wer eher auf Live-Erlebnisse steht, kann sich mit "Doombringer" dieses Gefühl auf die heimische Anlage holen. Allerdings muss man hier leider in Kauf nehmen, dass darauf verzichtet wurde die Atmosphäre bei den Live-Auftritten einzufangen und so das ganze Konzertfeeling ziemlich gedämpft wird. 
Es gibt nur wenige Ansagen und das Publikum hört man auch nur ganz entfernt im Hintergrund. Liegt wohl daran, dass man hier alles über die PA aufgenommen hat. Dafür sind die Songs perfekt in ihrem Klang und zeugen davon dass die Schweden auch auf der Bühne perfekte Techniker sind und ihre Instrumente virtuos beherrschen. Und Spaß machen Songs wie 'Scoop' oder 'Inhale/ Exhale' ja sowieso! Allerdings bleibt jedem der das 100%ige Live-Gefühl haben möchte nichts anders übrig als diesen Sommer NASUM die letzte Ehre zu erweisen und sich auf irgendein Konzert zu begeben, dass die Herren im Zuge ihren letzten Welttour geben. Come and get some!

[Adrian]

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