Samstag, 7. April 2012

Band Of The Week: Dan Swanö


Diesmal wäre es eigentlich sinnvoller vom "Musiker der Woche" oder "Bands of the Week" zu sprechen . Denn der Schwede Dan Swanö ist ein wahres Multitalent. Er ist nicht nur durch seine Arbeit mit Bands EDGE OF SANITY, BLOODBATH, KATATONIA, NIGHTINGALE, PAN.THY.MONIUM, BREJN DEDD, UNICORN, INFESTDEAD und ROUTE NINE bekannt, sondern auch als DER Produzent, der den schwedischen Death Metal Sound mitentwickelt hat.


An dieser Stelle soll aber nur auf zwei ausgewählte Alben eingegangen werden, die definitiv zu meinen persönlichen Swanö-Highlights zählen. 
So ist die '94er EDGE-OF-SANITY-Scheibe "Purgatory Afterglow"  wohl unbestritten eines der kreativsten und abwechselungsreichsten Machwerke des schwedischen Todesbleis in der ersten Hälfte der 90er Jahre. Denn neben gemeinen Growls und den bedrohlichen Gitarren scheut sich Swanö auch nicht mal ganze Songs mit cleanen Vocals einzusingen ('Black Tears') oder poppige Keyboard-Passagen zu benutzen ('Twilight'), was diese Killerscheibe stets spannend und unterhaltsam hält. Anspieltipps braucht man hier eigentlich keine zu geben. Alle zehn Titel sind auf ihre Weise genial und wechseln sich (um so länger man der Platte lauscht) als persönliche Favoriten ab. Wenn man es schön brutal mag, dreht  man zum Beispiel 'Of Darksome Origin' ordentlich auf, während 'Velvet Dreams' zu den doomigen Momenten im Leben passt. Ein rundum perfektes Album, an dem man nichts, aber auch gar nichts auszusetzen haben kann. Da wird es Sammler freuen, dass erst 2011 "Purgatory Afterglow" von Black Mark Production als oranges Vinyl neu aufgelegt wurde.
Der zweite Release, der hier vorgestellt werden soll, ist das bislang einzige Soloalbum des Skandinaviers beziehungsweise der einzige Release, der unter dem Namen DAN SWANÖ veröffentlicht wurde. "Moontower" erschien 1999 und war experimenteller als alles was EDGE OF SANITY bis dahin gemacht hatten, vielleicht auch der Grund warum es nicht unter diesem Banner erschienen ist. 
Swanö selbst hat seinen Alleingang folgendermaßen beschrieben:
 "Es klingt als hätten RUSH in den 70ern Death Metal gespielt."
Eine Beschreibung, die den Nagel auf den Kopf trifft. So vertrackte Gitarren und komplizierte Strukturen hört man sonst nur bei den verrücktesten Prog-Bands, wobei dort weniger Druck und vor allem keine Growls benutzt werden. Hier werden einfach zwei Welten zusammengefügt, die normalerweise als unvereinbar gelten. Das Ergebnis ist jedoch einfach monumental und schafft den Spagat, an dem viele andere technische Bands scheitern: Der Hörer wird zwar gefordert aber nicht überfordert. 
Lieder wie 'Creating Illussions' oder 'Encounterparts' sind kraftvoll, melodisch und ein Feuerwerk an brillanten Riff-Ideen.
Das noch mal schwerst progressive 'In Empty Phrases' ist dann auch die perfekte Abrundung für dieses intelligente Metal-Album, das die Fähigkeit hat Fans von OPETH, DREAM THEATER und CYNIC einerseits und Anhänger von DISMEMBER, ENTOMBED und DEATH andererseits zufrieden zu stimmen. Es ist wirklich unglaublich, dass "Moontower" heute mehr oder wenig in Vergessenheit geraten ist, was aber auch für die Degeneration des Metals in den späten Neunzigern steht.

[Adrian]

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